Vorträge und Workshops im Infoladen Borke am NoBorderNoNation


20. August bis 22. August 2026

Militarisierung im Gesundheitswesen

Donnerstag 20.8.26 | 20:00 – 22:00 Uhr

Die Aufrüstung in Europa macht auch vor Gesundheitsstrukturen nicht Halt. Im Input werden die Pläne für die Militarisierung des Gesundheitssystems in Deutschland vorgestellt. Wir möchten diskutieren, wie Widerstand dagegen aussehen könnte und wie wir die Situation in der Schweiz einschätzen.


Input und Diskussion mit einer Gefährtin aus Deutschland. Die Aufrüstung und die Bestrebungen in Richtung Kriegstüchtigkeit in Europa machen auch vor unseren Gesundheitsstrukturen nicht Halt. Die medizinische Versorgung von Soldat:innen und verletzten Zivilist:innen ist essenziell, um Kriege führen zu können. In den Planspielen des deutschen Verteidigungsministeriums werden täglich tausend zusätzliche Patient:innen versorgt werden müssen. Nach heutigem Stand würde das Gesundheitssystem nach zwei Tagen an die Kapazitätsgrenzen kommen. Die Versorgung von Zivilisti:innen soll zugunsten von Soldat:innen benachteiligt werden. Die Verwaltung des zivilen Gesundheitswesens wird unter militärische Kontrolle gestellt. Während bereits heute die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen prekär sind, werden kriegerische Auseinandersetzungen diese Situation eskalieren lassen. Im Input werden die Pläne für die Militarisierung des Gesundheitssystems in Deutschland vorgestellt. In einer der Diskussion wollen wir uns die Frage stellen, wie Widerstand dagegen aussehen könnte und wie wir die Situation in der Schweiz einschätzen.

Widerständig bleiben

Freitag 21.8.26 | 16:00 – 18:00 Uhr

Workshop des Gesundheitkollektives Bern und des AntiRep Bern zum Thema Repression und Gesundheit.

In diesen Workshop wollen wir darüber sprechen, was Repression mit uns, mit unseren Körpern und unseren Umfeldern macht und wie wir uns dagegen wehren können. Wo immer es Staaten oder Gruppen von Menschen gibt, welche Macht behalten wollen, werden sie mit Gewalt und Repression antworten, wenn diese Macht infrage gestellt wird. Repression ist eine Taktik, um Macht zu behalten und Widerstand dagegen zu unterdrücken. Sie ist somit immer eine Reaktion auf widerständige Praxen.

Um Repression als Herrschaftsinstrument zu verstehen, werfen wir in diesem Workshop einen Blick auf ihre Absichten und die Auswirkungen. Repression kann uns lähmen, verunsichern, überfordern, in die Ecke drängen und isolieren. Ihr Ziel ist es, eine Atmosphäre von Angst und Bedrohung zu kreieren, um Widerständigkeit zu verhindern. Uns ist es wichtig, die Wirkweise von Repression anzuerkennen: Es ist keine Schwäche, wenn Repression in uns Fuss fasst – sie ist darauf ausgerichtet.

Weiter wollen wir uns damit auseinandersetzen, was Repression in uns auslösen kann und wie wir uns dagegen wehren können: Wie kann ich erkennen, wie Repression in mir wirkt? Wie kann ich mich selber stärken? Wie kann ich eine Person in meinem Umfeld unterstützen, welche Repression erfährt / erfahren hat?

Im letzten Teil des Workshops wollen wir uns mit einigen Pflanzen vertraut machen, die uns in Momenten von Repression unterstützen können. Zum Beispiel durch ihre entspannenden, schlaffördernden, aktivierende oder immunsystemanregenden. Mit der Auseinandersetzung mit Pflanzen und der Natur wollen wir Verbindung spüren, Kraft sammeln, Widerstand aufbauen und erhalten. Wir sehen Pflanzenheilkunde als wichtiges Wissen und Werkzeug für unsere Autonomie, für die Selbstbestimmung über unsere Körper und unsere Gesundheit.

Zines Against Borders

Samstag 22.8.26 | 14:30 – 16:30 Uhr

An diesem Workshop kreieren wir gemeinsam kleine DIY Zines, in denen wir Räume für Solidarität und Widerstand gegen Kolonialismus, Rassismus und Grenzregime erträumen.

Wie können wir die Verstrickungen von Kolonialismus, Rassismus und Grenzregimen thematisieren sowie Formen des Widerstandes dokumentieren und imaginieren? An diesem Workshop gestalten wir in Gruppen kleine DIY Zines gegen Grenzen. Wir sammeln gemeinsam Gedanken und Gedichte, schnippeln, zeichnen und collagieren für mehr Utopie in der Gegenwart.

Du brauchst keine Vorkenntnisse für diesen Workshop. Gerne kannst du auch eigene Texte, Zitate, Fotos oder Zeitschriften mitbringen und teilen.

Zines against Borders

Wir sind zwei Anthropologinnen und Aktivistinnen, die Zines als kollaborative widerständige Praxis nutzen möchten.

Workshop zur GEAS Reform

Samstag 22.8.26 | 17:00 – 18:30 Uhr

In diesem Workshop schauen wir uns die Veränderungen im europäischen Asylsystem an. Dabei erhalten wir eine Übersicht über alle neue Verordnungen und Richtlinien der EU, Screening, Asyl- und Rückführungsverfahren sowie Haft an den Aussengrenzen der EU und die neue Krisenverordnung.
Pikett Asyl wird uns in die neuen Regelungen im Dublin System einführen.

b dem 12. Juni 2026 gelten neue Regeln im Dublin-System – auch in der Schweiz. Es gilt nun also zu handeln und sich bestmöglich auf diese Neuerungen einzustellen. Die bisherige Regelung (Dublin III-VO) wird durch die Asyl- und Migrationsmanagement-Verordnung (AMM-VO) ersetzt. Konkret ändert sich für Asylsuchende in der Schweiz vieles, so können beispielsweise die Fristen für Überstellungen auf bis zu 3 Jahre oder sogar mehr verlängert werden. Aber auch in anderen Gesetzen (etwa Eurodac) kommt es zu Veränderungen, womit ebenso Sans-Papiers und andere Personengruppen von Verschärfungen betroffen sein werden.

Im Zusammenhang mit diesen Gesetzesänderungen stellen sich viele Fragen:

  • Wann gelten die alten, wann die neuen Regeln?
  • Was bedeuten die Änderungen für unsere Arbeit in Beratung, Begleitung und Rechtshilfe für Asylsuchende?
  • Welche (rechtlichen) Möglichkeiten gibt es gegen die Verschärfungen vorzugehen?
  • Worauf müssen wir nun besonders achten?

Wir schauen uns in diesem Workshop die Änderungen im europäischen Asylsystem genau an. Dabei erhalten wir einen Überblick über alle neuen Verordnungen und Richtlinien der EU, Screening, Asyl- und Rückführungsverfahren sowie Haft an den Aussengrenzen der EU und die neue Krisenverordnung.

Ganzes Programm und mehr Infos zum NoBorderNoNation findet ihr unter nbnn.ch